Priorat ist eine sehr kleine, aber gleichzeitig dynamische Weinregion in Katalonien im Nordosten Spaniens. Hier bekommst du einen klassischen Priorat-Wein aus den Rebsorten Garnacha (Grenache) und Carinena mit Anklängen von Lakritz und Kirschen.
Die kleine Region
Der rote Priorat-Wein ist wirklich außergewöhnlich. Er gehört zu den wenigen weltbekannten Weinen, die auf Grenache basieren. Die Region ist als Spitzenweinregion Spaniens klassifiziert (zusammen mit Rioja). Und nicht zuletzt hat sich der Wein von einem international unbekannten Tropfen zu einem der teuersten Weine der Welt entwickelt.
Die Region liegt südlich von Barcelona und umfasst eine Fläche von 19.783 Hektar.
Die ersten Hinweise auf Weinbau in der Region stammen aus dem 12. Jahrhundert, als Mönche des Kartäuserordens den Weinbau einführten. Diese Mönche betreuten die Weinberge bis 1835, als der Staat sie zwang, ihr Land gegen Entschädigung abzugeben. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Region von der gefürchteten Reblausplage heimgesucht, was die Winzer zwang, ins Ausland zu gehen und neu anzufangen. Erst in den 1950er Jahren begann man wieder mit dem Anbau von Wein. In den 1980er Jahren stellte man auf Qualität statt Quantität um, was natürlich zu einem geringeren Ertrag führte.
Heute produziert die Region etwa 5 hl/ha (Hektoliter pro Hektar), was sehr niedrig ist im Vergleich zum spanischen Durchschnitt von 25 hl/ha. Spanien hat generell einen niedrigen Ertrag wegen seines warmen und trockenen Klimas, verglichen mit Deutschland, das im Durchschnitt 80 hl/ha produziert.
Klima und Terroir
Der Ertrag hängt eng mit der Qualität zusammen. Man kann allgemein sagen, dass ein niedriger Ertrag oft höhere Qualität bedeutet. Priorat hat aus drei Gründen niedrigen Ertrag: Klima, Alter der Rebstöcke und der magere Boden.
Magerer Boden heißt keineswegs schlechter Boden. Man sagt, dass Pflanzen auf armen Böden härter kämpfen müssen, um zu überleben, und deshalb weniger, aber konzentriertere Trauben produzieren.